Preisträgerin des Kunstpreises 2024: Inge Dick

Die fünfte Preisträgerin des Kunstpreises der heijo + gisela hangen-Stiftung heißt Inge Dick!

Inge Dick macht Licht und Zeit in ihrer Malerei, der Polaroid-Fotografie und im Digitalfilm sichtbar. Besonders bemerkenswert ist ihr Umgang mit analoger und digitaler Fotografie, um die Farbspektren des natürlichen Lichts einzufangen und die Möglichkeiten und Grenzen gegenstandsloser Darstellungen zu erkunden. Ihre konsequente und innovative Herangehensweise macht ihr Werk zu einem wichtigen Beitrag in der konkreten Fotografie.

Die systematische und konstruktive Arbeitsweise von Inge Dick ist in den „Weißen Bildern“ der 70er Jahre bereits ein charakteristisches Merkmal. Die darin erkennbaren feinen Farbnuancen basieren auf exakten Skizzen, die auf einem speziell entwickelten System beruhen. Die besondere und unverkennbare Struktur ihrer Bilder entsteht durch die ausschließliche Verwendung einer kleinen Spachtel beim Malen.

 

Inge Dick beeindruckt durch ihre konsequente Weiterentwicklung ihres Lebenswerks zu dem Thema Licht und der damit verbundenen inneren Überzeugung ihres künstlerischen Schaffens. Hier sind Parallelen zur Biographie heijo hangen zu sehen, der sich zeitlebens thematisch mit dem von ihm entwickelten Modul beschäftigte. 

Film zur Ausstellung im MKK, Ingolstadt, 2021

Inge Dick erhält den Preisträgerring 2024

 

Der Preisträgerring ist Bestandteil des Kunstpreises der heijo + gisela hangen-Stiftung.  1968 wurde der "Prototyp" von heijo hangen für seine Frau Gisela zunächst einmal aus Papier gefertigt und ihr in einer Ringschatulle überreicht, weil das Geld fehlte, um ihn aus einem Edelmetall herzustellen.
Einige Jahre später war es dann so weit: der Ring wurde erstmals aus Sterling-Silber für Gisela angefertigt. (Es gibt nur noch zwei Ringe im Familienbesitz, die erst viel später angefertigt, sorgsam gehütet und gerne getragen werden). 

 

Als 2015 die Stiftung gegründet wurde war es heijo hangen ein großes Anliegen, dass die Kunstpreisträger jeweils einen für sie persönlich angefertigten und gravierten Ring. Somit wird jeder Preisträgerring seit 2016 von einer Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf angefertigt. 

 


2022: Hans-Jörg Glattfelder ausgezeichnet mit dem Kunstpreis der heijo + gisela hangen-Stiftung in der Galerie Geiger, Konstanz

In diesem Jahr wird der Kunstpreis zum vierten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 28. Mai 2022 in den neuen Räumlichkeiten der Galerie Geiger, Konstanz, im Rahmen der seit 8. Mai 2022 stattfindenden Ausstellung mit Werken Glattfelders statt.

 

Die Galerie ist sowohl mit Hans Jörg Glattfelder als auch mit

heijo hangen seit Jahrzehnten eng verbunden.

 

Die Laudatio hält Kunsthistoriker Dr. Stephan Geiger. 

 

 

Hans Jörg Glattfelder, 1939 in Zürich geboren, setzt sich in seinem Werk intensiv und vielschichtig mit dem Verhältnis von Fläche und Raum auseinander. Seine nichteuklidischen Metaphern, die er ab den 70er-Jahren schuf, arbeiten mit den physikalischen Vorstellungen von Raum und Zeit im Kontext der menschlichen Wahrnehmung.

 

Glattfelder hat für seine Metaphern, seine künstlerischen Annäherungen an die Visualisierung des Wissenschaftlichen, den für die klassischen Konstruktivisten so typischen rechten Winkel geopfert.

Hierdurch erschafft er exakt konstruierte Ansichten, die den Betrachter und seine Sinne herausfordern, die Phänomene wie die Raumkrümmung behandeln und gleichzeitig das Spannungsfeld zwischen physikalischer Realität und menschlicher Wahrnehmung an sich visualisieren und den naturgegebenen Konflikt zwischen dem Realen und dem Sichtbaren thematisieren. 

 

Konstruktivismus ist nach Glattfelders Auffassung weit mehr als eine Kunstrichtung, vielmehr sieht er im Konstruktivismus ein epochales Paradigma des 20. Jahrhunderts, das sich in der Kunst ebenso widerspiegelt wie in anderen Disziplinen von Mathematik bis Kybernetik. 

 

Glattfelder vereint in seinem Werk die Kunst mit der Wissenschaft – zwei Begriffe, die heutzutage oft unvereinbar scheinen. Zu Zeiten der Renaissance, des uomo universale, gehörten sie zusammen. Die Arbeiten Glattfelders bieten in diesem Sinne eine Anregung zum Dialog zwischen den Disziplinen, der zum Hinterfragen ermutigen und völlig Neues, bisher Ungedachtes und Ungesehenes, zutage fördern kann.

 

Mit Hans Jörg Glattfelder hat heijo hangen noch vor seinem Tode nicht nur einen Preisträger ausgewählt, dessen Kunst und Lebenswerk er Würdigung erweist, sondern auch einen Menschen, mit dem er in langjähriger Freundschaft verbunden war.

 

 


Kunstpreisverleihung 2020 an Bob Bonies

 

Die für den 29. April 2020 geplante festliche Verleihung des Kunstpreises an Bob Bonies musste leider aufgrund des Shut Downs durch Corona ausfallen.

Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch Galerie Hoffmann, Friedberg


Kunstpreis 2018 an Eberhard Fiebig

Im Jahr 2018 wurde auf Vorschlag von heijo hangen der Bildhauer Eberhard Fiebig mit dem Kunstpreis der heijo + gisela hangen-stiftung geehrt.

 

Der Kasseler Stahlbildhauer Eberhard Fiebig erhielt Ende April den Kunstpreis der in Koblenz ansässigen heijo + gisela hangen-stiftung für sein Lebenswerk. Der mit 10.000Euro dotierte Preis wurde zum zweiten Mal vergeben. 2016 wurde der Preis erstmals verliehen an die Tänzerin und Choreographin Susanne Linke.

 

Eberhard Fiebig ist 1930 geboren und war von 1974 bis 1995 Professor für Stahlbildhauerei an der Kunsthochschule in Kassel. Mit seinen gefalteten Stahlskulpturen hatte Fiebig 1964 seinen internationalen Durchbruch. Großplastiken von ihm stehen in verschiedenen deutschen Städten, u,a, in Frankfurt und Kassel. Seit den siebziger Jahren arbeitet Fiebig mit Konzernen der IT-Branche, unter anderem Siemens, zusammen, und entwickelt komplexe Konstruktionssysteme. 2018 entstand so die erste Skulptur aus dem 3-D Drucker mit dem Namen „doppelter Rotulus“, die von der Sammlung für konkrete Kunst Peter C. Ruppert in Würzburg angekauft wurde.

 

Fiebig hat sich auch einen Namen als Fotograf gemacht und in zahlreichen Artikeln zur zeitgenössischen Kunst und dem Kunstmarkt Stellung bezogen. Seinen Vorlass hat der Bildhauer dem Nationalmuseum in Nürnberg übergeben. Sein Atelier in Kassel betreibt Fiebig unter dem Namen „art engineering“. Ein Titel, mit dem ausgedrückt werden soll, dass die von Fiebig präferierte Kunst auf einsehbaren wissenschaftlichen Methoden beruht.

 


Preisverleihung 2016 an Susanne Linke in Koblenz

Die Laudatio "Sanft die Grenzen überschreiten" anläßlich der
Preisverleihung der heijo + gisela hangen-stiftung an Susanne Linke von Norbert Servos:

 

Der Tanzpublizist und Choreograph Norbert Servos hat Susanne Linkes Karriere seit den siebziger Jahren begleitet. Als Herausgeber der bebilderten Monographie "Schritte verfolgen" - nach dem gleichnamigen Stück von Susanne Linke - zeichnet ihren ungewöhnlichen Lebensweg nach. Norbert Servos konnte bei der Preisverleihung leider nicht anwesend sein.

Die Laudatio wurde gelesen von Karl. M. Sibelius, Intendant am Theater Trier, wo Susane Linke seit 2015 die Sparte Tanz leitet.